Der historische Kern der Georgserzählung ist das Martyrium eines christlichen Soldaten, der während der mit Diokletian verbundenen Verfolgungen seinen Glauben nicht aufgab. Die Überlieferung nennt ihn einen Kappadokier und Offizier im römischen Heer. Seine Verehrung ist alt, doch eine zeitgenössische Biografie zur Überprüfung der Einzelheiten fehlt.
Der Drache kam erst viel später hinzu. In der mittelalterlichen Legende opfert eine Stadt dem Ungeheuer, das ihr Wasser beherrscht; als die Königstochter ausgelost wird, bezwingt Georg es im Zeichen des Kreuzes. Diese Szene gehört nicht zum frühen Märtyrerbericht. In der Kunst steht der Drache für das Böse, die Lanze für den Mut des Glaubens. Kappadokische Bilder verbinden den historischen Märtyrer mit dem symbolischen Helden.

